

Marc Rohde // Köln, 21. November 2025

Die Themen Logistik und Rüstung begleiten uns als Inhouse-Beratung der Bundeswehr nahezu seit unserer Gründung – und haben in den vergangenen 25 Jahren mehrfach tiefgreifende Wandel durchlaufen: Dynamisches Verfügbarkeitsmanagement und dann wieder Kurs Vollausstattung. Materielle sowie logistische Neuausrichtungen auf Auslandseinsätze und heute wieder auf Landes- und Bündnisverteidigung. Wenige Themen stehen stärker für fortlaufenden Wandel. Bereits 2014 – auch unter dem Eindruck der Krim-Annexion – begann eine umfassende Bestandsaufnahme im Rüstungswesen. Heute vor elf Jahren markierte eine Kick-off-Veranstaltung in Berlin einen Ausgangspunkt für Maßnahmen, die bis heute wirken.

Die damalige Staatssekretärin Dr. Katrin Suder und der damalige Beauftragte Strategische Steuerung Rüstung Dr. Gundbert Scherf im Dialog mit den Teilnehmenden
2014: Kick-off Projekt Rüstungsmanagement
Am 21. November 2014 fand in Berlin der Kick-off für das Projekt Rüstungsmanagement – Kernstück der ministeriellen „Agenda Rüstung“ – statt. Aufgabe war es, die Erkenntnisse eines externen Gutachtens, erstellt von KPMG, P3 und Taylor Wessing, systematisch auszuwerten und daraus konkrete Maßnahmen für die Bundeswehr abzuleiten. Wir unterstützten das Vorhaben umfassend in sieben Teilprojekten, unter anderem zu Vertrags- und Lieferantenmanagement, Risikomanagement, Berichtswesen und Organisationsentwicklung. Beim Kick-off wurden Schnittstellen abgestimmt und die Grundlage für eine verbessere Steuerung komplexer Rüstungsprojekte gelegt.
Weitere Meilensteine
2008: Wissenschaft trifft Praxis - „Transferstelle Defence Supply Chain Management“
Gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München starteten wir 2008 die „Transferstelle Defence Supply Chain Management“ – als Brücke zwischen Forschung und militärischer Logistikpraxis. Ziel war es, wissenschaftliche Erkenntnisse für die Bundeswehr nutzbar zu machen und zugleich Erfahrungen aus der Truppe zurück in die Forschung zu tragen. Ein früher Baustein, um Logistikprozesse datenbasiert und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.

Unterzeichnung: Prof. Dr. Merith Niehuss (damalige Präsidentin UniBwM) und Dr. Martin Rüttler (damaliger Geschäftsführer)

Bundeswehr, BMI und Arbeitsagentur zählen zu den größten öffentlichen Einkäufern
2011: Gemeinsames Lernen für optimierte öffentliche Beschaffung
Ende August 2011 kamen auf unsere Einladung hin drei der größten öffentlichen Beschaffer zusammen: die Bundeswehr, das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums und die Bundesagentur für Arbeit – ergänzt durch wissenschaftliche Expertise der Universität der Bundeswehr München. Ziel war ein offener Erfahrungsaustausch über Organisation, Prozesse und Reformen. Für die Bundeswehr, deren Beschaffungswesen sich gerade mitten im Umbau befand, bot der Blick über den Tellerrand wertvolle Impulse für die eigene Weiterentwicklung.
2013: Fachtagung Materialbewirtschaftung des Heeres
Am 30. und 31. Oktober 2013 richteten wir die Fachtagung Materialbewirtschaftung des Heeres aus – zu einem Zeitpunkt, an dem Auslandseinsätze, Strukturreform und Engpässe in der Materialverfügbarkeit enorme Anforderungen stellten. Ziel war es, ein gemeinsames Lagebild zu schaffen und Verbesserungspotenziale klar zu benennen. Die Tagung fügte sich ein in eine Reihe von Projekten, in denen wir die logistische Weiterentwicklung des Heeres unterstützt hatten.

Konzentrierter Austausch zur Erlangung eines gemeinsamen Lagebilds

Zahlreiche Einsätze stellten damals die Logistik vor besondere Herausforderungen
2016: Verbesserte Transparenz in der Bundeswehr-Logistik
Wie leistungsfähig ist die Logistik der Bundeswehr – und welchen Teil ihres Bedarfs kann sie selbst decken? Um diese Fragen fundiert zu beantworten, unterstützten wir die Bundeswehr im Projekt „Leistungsanalyse Logistisches System der Bundeswehr“. Ziel war es, das Leistungsspektrum erstmals organisationsbereichsübergreifend transparent aufzubereiten und vergleichbar zu machen. Im Verlauf des Projekts gelang es, sämtliche logistischen Kapazitäten einheitlich zu erfassen und darauf aufbauend eine gemeinsame Grundlage für Planung, Steuerung und Szenarienbewertung zu entwickeln.
2020: Leitbild Rüstungsmanagement neu denken
Mit der „Agenda Rüstung“ hatten ab 2014 umfangreiche Veränderungen begonnen, die organisatorische, methodische und kulturelle Aspekte gleichermaßen betrafen. Um diesen Prozess wirksam zu begleiten, unterstützten wir von Anfang an das zentrale Veränderungsmanagement. Gemeinsam wurde daran gearbeitet, Veränderungskompetenzen auszubauen, Beteiligungsformate zu etablieren und eine moderne Veränderungskultur zu fördern. In 2020 war ein Schwerpunkt die Weiterentwicklung des 2014/15 initial erstellten „Zielbilds Rüstungsmanagement“, das nach mehreren Jahren nicht mehr überall als aktuell oder konsensual galt. Unter breiter Einbindung aller Ebenen entstand bei einem sechsteiligen Workshop unter Corona-Bedingungen ein neues Leitbild, das Orientierung schaffte, Transparenz stärkte und die nachhaltige Modernisierung des Rüstungsmanagements unterstützte.

Die Corona-Pandemie stellte Workshops vor besondere Herausforderungen
Beratung dort, wo Einsatzfähigkeit entsteht
Supply Chain Management, Materialbewirtschaftung, Rüstungsmanagement: Die Anforderungen an Logistik und Rüstung haben sich in 25 Jahren immer wieder gewandelt. Was konstant bleibt, ist unser Anspruch: Komplexe Systeme verstehen, Transparenz schaffen und die Bundeswehr bei durchhaltefähiger Einsatzbereitschaft unterstützen.










