
Bereits 2014 - nach der Annexion der Krim durch Russland – hatte das Verteidigungsministerium erkannt, dass die Personalstärke der Streitkräfte für etwaige Konfliktszenarien nicht ausreichend ist. Entsprechend wurden verschiedene Initiativen gestartet: Die 2016 von der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen initiierte „Trendwende Personal“ ist nach dem erfolgreichen Zwischenschritt der Personalstrategie Bundeswehr 2.0 nun aufgegangen in einem Personalprojekt, das bis zum Jahr 2035 - und darüber hinaus - nachhaltig die Bedarfe des Ressorts erfüllen und abdecken soll.
Wir unterstützen unsere Partner:innen in Ministerium und Bundeswehr mit der auf unseren ressortspezifischen Erfahrungen basierenden Expertise, ein ebenso belastbares wie tragfähiges Personalkonzept zu implementieren. Dies soll einen kontinuierlichen Aufwuchs der Personalstärke auf 203.000 Soldat:innen ermöglichen, beginnend vom Jahr 2025 an.
Personalkennzahl erreichen
Um diese für den Bundeswehr-Grundbetrieb definierte Personalkennzahl schnellstmöglich zu erreichen, haben wir für und mit dem Verteidigungsministerium in komprimierten Workshops einen strategischen Rahmen hierzu abgesteckt. Wir haben hier zunächst unsere methodische Management-Beratung zur Strukturierung eingebracht und gemeinsam Handlungsfelder definiert. Diesen sind spezifische Ziele zugeordnet, wie zum Beispiel: Maßnahmen zur Personal-Bindung, Innovative Arbeitsmöglichkeiten, Kulturwandel und zeitgemäße Führung – um nur einige zu nennen.
Die Palette unserer unterstützenden Leistungen erweiterten wir schließlich - auch auf ausdrücklichen Wunsch unserer Projektpartner:innen - um fachliche, HR-spezifische Beratung. Diese beinhaltet einen Blick über die Personalprojekte der Bundeswehr hinaus auf andere Großorganisationen. Wir konnten und können dies leisten aufgrund des regelmäßigen Austauschs mit Unternehmen wie VW, Telekom, Bosch oder auch der Agentur für Arbeit, deren erfolgreiche personalstrategische Bemühungen wir für das Ministerium einordnen, adaptieren. Und passgenau definiert in das Personalprojekt des Ressorts einbringen. Insofern können wir der Bundeswehr wichtige Unterstützung bieten beim Erreichen des personellen Aufwuchses durch unsere Möglichkeiten als „Mittler zwischen den Welten“.
Info-Punkt

Verteidigungsminister Boris Pistorius bei einer Übung im Gespräch mit den Soldat:innen. (c)Bundeswehr
Weiterentwicklung Innere Führung
Parallel zu personalstrategischen Aspekten unterstützen wir in Bereichen der werteorientierten Personalführung. In dem fortlaufenden Entwicklungsprozess der „Inneren Führung“ beraten wir mit Fokus auf Projekt- und Veränderungsmanagement, unter anderem mit Ansätzen von "Fascilitation" (professionelle Prozessbegleitung einer Gruppe, um gemeinsam Potentiale zu identifizieren und nutzbar zu machen), "Design Thinking" (kundenzentrierte, iterative Methode zur Lösung von komplexen Problemen, inklusive Entwicklung neuer Ideen) und "Szariotechnik" (Instrument zur Entscheidungsvorbereitung und -findung).
Die Innere Führung ist Grundlage der Organisations- und Führungskultur der Bundeswehr. Sie bestimmt das Selbstverständnis der Soldat:innen. Sie ist kein starres Konstrukt, sondern muss – um nachhaltig eine positive Wirkung zu erhalten und zu entfalten – dynamisch die Entwicklungen in Militär, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft aufgreifen. Mit dem Auftrag des Generalinspekteurs, „die Innere Führung fit zu machen“, starteten unsere Partner:innen 2021 mit uns in das Weiterentwicklungsprojekt. Ziel ist es, alle der Truppe Angehörenden mit den Wert-Vorgaben der Inneren Führung zu erreichen und sie im Grundbetrieb wie im Einsatz mit passenden Produkten zur Inneren Führung zu unterstützen.
Wir haben zum Beispiel mit einem szenario-basierten Ansatz geholfen, Zielbilder und Handlungsfelder für eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Innere Führung zu definieren. Darauf aufbauend wurde von uns ein Konzept für einen systematischen Partizipationsprozess entwickelt. Dieser kann im Zentrum Innere Führung mit bestehenden Prozessen synchronisiert werden, sodass die Soldat:innen im Dreiklang „Innere Führung verstehen, gestalten und erleben“ noch besser eingebunden und an der zukünftigen Ausgestaltung der Inneren Führung nachhaltig beteiligt bleiben .
Unter anderem entsteht so das durch zahlreiche Autoren aus unterschiedlichen Bereichen der Bundeswehr gemeinsam erarbeitete neue „Handbuch Innere Führung“ – von der Truppe für die Truppe. Es wird im November 2023 präsentiert und verdeutlicht die Rolle gelebter Innerer Führung sowie ihre Bedeutung für die Einsatzbereitschaft. Das Zentrum Innere Führung setzt damit für alle Angehörigen der Bundeswehr verständliche Wegmarken zur Orientierung. Die umfangreiche Druckausgabe wird erweitert um zahlreiche multimediale Produkte, Formate – und einem „Baukasten Innere Führung“.