Agile Kompetenznetzwerke als Impulsgeber für die Bundeswehr

Agile Kompetenznetzwerke als Impulsgeber für die Bundeswehr

BM // Berlin, 31.01.2020

Welche Ziele verfolgt ein agiles Kompetenznetzwerk? Und wie funktioniert das bei der BwConsulting? Anlässlich des Jahres-Kick-offs des Themenfelds Strategie am 30. und 31. Januar 2020 in Berlin möchten wir einen Einblick in diese Form der agilen Zusammenarbeit in unserem Unternehmen geben.

Unternehmen, egal welcher Größe und Branche, benötigen heute interne Strukturen, mit denen sie schnell auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren können. Auch deshalb haben wir als Inhouse-Beratung der Bundeswehr vor einigen Jahren unsere gesamte Organisation transformiert. Und so wurde für die Beratungsfelder Strategie & Steuerung, Prozesse & Organisation sowie Projektmanagementunterstützung neben der bestehenden Projekt-Struktur eine zweite agile Organisationsstruktur in Form von Kompetenznetzwerken, den sogenannten „Themenfeldern“, aufgebaut.

Das ist die Zielsetzung

Das strategische Ziel der agilen Netzwerkorganisationsstruktur: eine stärkere projektübergreifende Vernetzung, um die methodische und fachliche Expertise effizienter zu bündeln, weiter auszubauen und das Innovationspotenzial stärker zu nutzen. Dabei sollen insbesondere frische Ideen neuer Kolleginnen und Kollegen zusammengeführt werden mit der langjährigen Expertise aus dem Verteidigungsressort – was Teilhabe, Teamspirit und Arbeitszufriedenheit stärkt. Von diesen neuen Ansätzen profitieren dann unmittelbar unsere Projektpartner im Geschäftsbereich BMVg, indem wir Veränderungen im sicherheitspolitischen, industriellen oder auch gesellschaftlichen Umfeld transparent machen und das Ressort bei einer Positionierung zu diesen Themen beraten können.

Für das Themenfeld Strategie bedeutet dies beispielsweise, Handlungsmöglichkeiten in einem sich ständig verändernden sicherheits-, verteidigungs- und bündnispolitischen Umfeld zu identifizieren, mit denen sich ausgewählte Strategien realisieren lassen. Hierfür

  • sondiert das Netzwerk kontinuierlich das verteidigungspolitische Umfeld nach strategischen Herausforderungen und Chancen. Ein entsprechendes Produkt ist das in 2019 erstmalig erstellte DefenceRadar, in dem ausgewählte Entwicklungen von anderen Streitkräften dargestellt und aufgezeigt werden;
  • befasst es sich methodisch mit den Bereichen adaptive Strategieentwicklung und -umsetzung, mit Foresights für eine längerfristige strategische Vorausschau, nutzt dafür Szenariotechniken und entwickelt diese weiter;
  • entwickelt es Methoden, beispielsweise zur Untersuchung der Leistungsfähigkeit einer Organisationseinheit;
  • liefert es relevante Impulse für den Geschäftsbereich des BMVg, unter anderen in den Feldern „Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ im Allgemeinen und "Host Nation Support & Military Mobility" im Speziellen, beispielsweise in Form von Positionspapieren, den sogenannten Point of Views;
  • fördert es den Dialog mit Netzwerkpartnern innerhalb und außerhalb des Verteidigungsressorts, zum Beispiel durch Experten-Workshops oder den Austausch mit Impulsgebern - beim heutigen Kick-off beispielsweise mit Dr. Karl-Heinz Kamp, Sonderbeauftragter des politischen Direktors des BMVg und ehemaliger Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik.
Verantwortlich für unser Themenfeld Strategie ist Christian Fischbach. Er kann aus seiner Erfahrung den Mehrwert dieses Ansatzes bestätigen: „Mit den Themenfeldern als Kompetenznetzwerke haben wir ein agiles System in der Organisation aufgebaut über Hierarchien und Bereichsgrenzen hinweg. Die agilen Strukturen fördern den Auf- und Ausbau von inhaltlich-fachlichen sowie methodischen Kompetenzen. Sie ermöglichen es uns, als treibende und gestaltende Kraft die Bundeswehr in ihrer Weiterentwicklung beraten zu können und so unser Wertversprechen umzusetzen.“

So funktioniert das Kompetenznetzwerk

Jedes Themenfeld hat eine eigene Community innerhalb der BwConsulting. Diese ist hierarchie-, funktions- und projektübergreifend: Vom Junior Fellow bis zum Principal sowie auch die Mitarbeitenden aus unseren Zentralbereichen haben alle die Möglichkeit, die Themenfelder methodisch und inhaltlich zu unterstützen. Diese Netzwerke umfassen 15 bis 30 Personen und werden von Themenfeldverantwortlichen moderiert. Die Verantwortlichen geben aus Perspektive des „Kunden Bundeswehr“ den Rahmen vor und achten darauf, dass die Mitglieder ihre Fähigkeiten und Neigungen voll entfalten können. Dadurch blicken die Netzwerkteilnehmer neben ihren Rollen als Berater und Projektverantwortliche stets über den Tellerrand hinaus und verfolgen ihr Themengebiet im Hinblick auf aktuelle Trends und Entwicklungen.

Im Rahmen der Themenfeldarbeit gilt es,

  • sowohl ein festes Netzwerk engagierter interner Experten als auch neue Interessenten aus dem ganzen Unternehmen zusammenzubringen;
  • einen offenen partizipativen Raum des Dialogs zu schaffen, in dem gemeinsam konstruktiv, kreativ und dynamisch verschiedene thematische Schwerpunkte erarbeitet werden können;
  • Grundlagentrainings für eine gemeinsame Wissensbasis durchzuführen und weiterzuentwickeln und
  • neue Wege der Zusammenarbeit gemeinsam mit dem Kunden „out oft he box“ auszuprobieren, wie zum Beispiel agile, an Hackathon angelegte Formate wie die Lange Nacht der Strategie oder den Digithon.
Alle zwölf Themenfelder haben sich mittlerweile in der Organisation nachhaltig verankert und fördern den permanenten Wissensaustausch und die Innovationskraft. So lautet das Fazit: Agile Netzwerke ersetzen nicht die klassische hierarchische Organisation, auch gibt es kein allgemeines Rezept für alle Unternehmen. Doch die Ergebnisse unserer Themenfelder zeigen, dass dies ein erfolgreiches Instrument ist, um Themen voranzutreiben und dabei eine Change-Kultur mit hoher Dynamik und Agilität zu fördern.
Blick auf den gefüllten Vortragsraum

Gastredner Dr. Karl-Heinz Kamp gibt einen Impuls zum Thema "Die Veränderungen bei den Großmächten und die Folgen für Deutschland"

Grafische Übersicht über die Themenfelder der BwConsulting

Die Themenfelder der BwConsulting im Überblick