

Zahlreiche Mitarbeitende der BwConsulting sind im Reservedienst aktiv. Vor wenigen Wochen kam es hier zu einer Premiere: Drei Kollegen nahmen gemeinsam an einer Übung vor den Toren Berlins teil. Und sammelten Erfahrungen, die auch für die Arbeit als Inhouse-Consultant der Bundeswehr wertvoll sind.
Marc Rohde// Köln, 11. Dezember 2025
Der morgendliche Nebel hängt noch zwischen den Kiefern. Die drei Kameraden beziehen im feuchten Laub eine gemeinsame Gefechtsstellung. „Linke Grenze ist der alte Turm, rechte Grenze der Waldrand“, gibt Jonathan als Gruppenführer vor. Neben ihm duckt sich Felix, den er sonst eher im Business-Outfit in einem Projektoffice erlebt: Berater statt Einzelschütze. Das leise Klappern der Ausrüstung und der kalte Atem verraten, wie ungewohnt die Situation ist. Der Alltag im Büro erscheint unendlich weit weg – und genau das ist der Punkt.
An einem Novemberwochenende nahmen erstmals drei Kollegen der BwConsulting gemeinsam an einer Reservedienstübung in Brandenburg teil. Organisiert durch den Reservistenverband Brandenburg, stand das infanteristische Gefecht im Fokus: Sturm und Verteidigung von Stellungssystemen, Waldkampf - und vor allem das Verhalten in der Gruppe sowie als Einzelschütze. Für die Teilnehmenden bedeutete das: raus aus der Komfortzone, rein in Matsch, Nässe und Kälte.
Jede Übung verbessert unser Verständnis für die Truppe – mit allen Anforderungen und Belastungen
„Körperlich war es anstrengend – aber mental fühlte ich mich mindestens genauso gefordert“, sagt Vincent, der vor rund anderthalb Jahren in den Reservedienst startete. Der abrupte Wechsel vom zivilen Berufsalltag in eine taktische Übungssituation hinterlasse Spuren. Besonders eindrucksvoll war für ihn ein Vortrag zum Umgang mit Tod und Verwundung im Einsatz, gehalten von einem Veteranen des Afghanistaneinsatzes. „Da wurde uns noch einmal bewusst, was Einsatzwirklichkeit wirklich bedeutet – jenseits von Lehrbuch und PowerPoint.“
Zwischen Lageeinweisung, Marsch und Gefechtsübung wurde deutlich, was die Reserve ausmacht: Kameradschaft. Die kurzen Gespräche im Schutz der Stellung, das Vertrauen im Zug, das gemeinsame Frieren – all das schafft Nähe. „Man lernt sich draußen dann doch anders kennen als im Büro“, so Felix. Und nicht nur der Austausch mit den Kollegen bietet neue Perspektiven: „In Pausen und auf dem Rückweg gab es viele Gespräche mit Soldatinnen und Soldaten unterschiedlichster Dienstgrade und Hintergründe. Dabei ging es um Herausforderungen der Reserve, die Veränderungen durch die Zeitenwende, Nachwuchsgewinnung und die Verbindung zwischen militärischer und ziviler Welt.“
Diese Eindrücke wirken über das Übungswochenende hinaus. Die drei Kollegen nehmen nicht nur neue fachliche Fähigkeiten mit, sondern auch relevante Eindrücke für die tägliche Beratungspraxis. „Jede Übung verbessert unser Verständnis für die Truppe – mit allen Anforderungen und Belastungen“, fasst es Jonathan zusammen. Für die Arbeit der BwConsulting sei das wertvoll: „Es stärkt die kulturelle Nähe zu den Menschen, für die und mit denen wir arbeiten.“
Am Ende der Übung steht daher nicht nur das erfolgreiche Durchlaufen der Ausbildungsabschnitte, sondern ein deutliches Bewusstsein für den besonderen Purpose der Arbeit. „Wir beraten die Bundeswehr – und hier draußen spüren wir sehr direkt, warum wir das tun“, sagt Vincent. Der Reservedienst mache für ihn greifbar, wofür unsere Arbeit steht. „Der Dienst verbindet fachliche Expertise mit persönlicher Erfahrung und schafft eine Perspektive, die man zwischen Meetingraum und Laptop nie gewinnen kann“.
