Unter strengen Corona-Regeln

Sechstägige Workshopreihe zum Leitbild Rüstungsmanagement gestartet

Unter strengen Corona-Regeln

Sechstägige Workshopreihe zum Leitbild Rüstungsmanagement gestartet

BM // Berlin, 23.06.2020

Das zentrale ministerielle Veränderungsmanagement-Element im Rüstungsmanagement ist heute mit einer sechstägigen Workshopreihe zur Entwicklung eines neuen Leitbildes Rüstungsmanagement gestartet. Mehr als 150 Personen beteiligen sich an den sechs in Berlin und Koblenz stattfindenden Workshops. Zusammen mit einem Team der BwConsulting hat das zentrale Veränderungsmanagement das Event als Partizipationsformat unter strengen Corona-Auflagen konzipiert und organisiert. Ein Erlebnisbericht von einer Veranstaltung unter besonderen Bedingungen.

Es ist ein sonniger Tag in Berlin-Mitte. Pünktlich 9.00 Uhr beginnt der heutige Workshop, der erste von insgesamt sechs. Konzentriert hören die Anwesenden der Moderatorin Stefanie Bobbert zu, sie ist Managerin bei der BwConsulting und hat das Veranstaltungsdesign mitgestaltet. Der für die knapp 30 Personen viel zu groß wirkende Stauffenbergsaal im Bendlerblock scheint dabei niemanden zu stören. Ebenso nicht die weit voneinander entfernten Tischblöcke, die eher eine kühle Distanz ausstrahlen und weniger zu einem für Workshops üblichen regen Austausch unter Teilnehmenden einladen. Für die Anwesenden ist dies jedoch kein Grund, sich von ihrer Zielsetzung abbringen zu lassen, nämlich ihre Impulse für ein gemeinsam neu entwickeltes Leitbild Rüstungsmanagement einzubringen.

Mit der im Rahmen der AGENDA Rüstung angestoßenen Modernisierung des Rüstungswesens und dem damit etablierten Rüstungsmanagement gehen seit 2014 große Veränderungen einher. Dies betrifft nicht nur strategische und organisatorische Aspekte, sondern auch personelle, methodische und kulturelle Themen. Um diesen Veränderungsprozess erfolgreich zu managen und alle Beteiligten mit ins Boot zu holen, wurde ein zentrales Veränderungsmanagement für das Rüstungsmanagement etabliert. In diesem Kontext arbeitet ein Team der BwConsulting gemeinsam mit dem Referat Projektcontrolling und Risikomanagement, bei welchem das zentrale Veränderungsmanagement des Rüstungsmanagements verortet ist, an der Etablierung einer Veränderungskultur und unterstützt den Aufbau benötigter Kompetenzen sowie die Professionalisierung des Veränderungsmanagements im Rüstungsmanagement. Das Rüstungsmanagement umfasst dabei die ministeriellen Abteilungen Ausrüstung, Cyber/Informationstechnik und Planung sowie das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, das Kommando Cyber- und Informationsraum und das Planungsamt der Bundeswehr.

Eine Aufgabe des zentralen Veränderungsmanagements ist es, das Zielbild Rüstungsmanagement weiterzuentwickeln. Dieses Zielbild wird nach fünf Jahren in einigen Punkten nicht mehr als aktuell beziehungsweise von allen Beteiligten als konsensual betrachtet und soll nun als neues Leitbild unter Beteiligung einer breiten Basis innerhalb des Rüstungsmanagements Ebenen- und Organisationseinheiten-übergreifend neu entwickelt werden.

„Ziel dieser Workshopreihe ist es, eine hohe Identifikation aller Beteiligten mit einem neuen Leitbild zu erreichen. Da die Einbindung aller 8.000 im Kontext des Rüstungsmanagements mitwirkenden Personen jedoch nicht möglich ist, wurde ein quotierter Schnitt dieses Personenkreises in das Workshopformat eingebunden.“, erklärt uns Stefanie am Rande der Veranstaltung. Zusätzlich wird es noch eine virtuelle Partizipation geben, deren Konzept momentan finalisiert wird.

Es ist laut im großen Stauffenbergsaal. Die Teilnehmenden haben sich zu drei einzelnen Gruppen formiert und unterhalten sich rege über ihre jeweils persönliche Sichtweise auf das Leitbild. Gelbe, rote und grüne Klebezettel füllen die aufgestellten Metaboards und sollen helfen, ihre Gedanken zu strukturieren. Dabei soll vor allem auf die einzelnen inhaltlichen Elemente „Unser Anspruch“, „Unsere Kernaufgabe“ und „Unsere Werte“ eingegangen und mittels grafischer Darstellungsformen verbildlicht werden. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten sollen später im Gesamtplenum gemeinsam diskutiert werden.

An eines müssen die Teilnehmenden jedoch an diesem Tag und an den Folgetagen des Workshops immer denken: ausreichend Abstand zu halten, bei Bewegung vom zugewiesenen Sitzplatz Schutzmasken zu tragen, Hände zu desinfizieren, nur ihr zugewiesenes Stifte-, Papier-, Methoden- und Getränkeequipment zu verwenden und ihren mit Namen beschrifteten Stuhl zu den Gruppenarbeiten mitzunehmen.

Die Einhaltung dieser strengen Corona-Regeln spielt eine hervorgehobene Rolle bei der Durchführung dieser Workshopreihe. Fazit des ersten Tages ist nichtsdestotrotz: „Die Mühe hat sich gelohnt! Die Teilnehmenden haben das Format als sehr wertschätzend wahrgenommen und trotz der Cornona-Auflagen viele gemeinsam reflektierte Ergebnisse hervorgebracht. So bestand beispielsweise bei allen Teilnehmenden ein Konsens darüber, dass das Leitbild sprachlich auch Emotionen wecken darf und dafür im Gegensatz zu einer Dienstvorschrift dynamisch formuliert und auch bildliche Darstellungsformen verwendet werden können. Auch waren sich alle einig, dass der Begriff Rüstungsmanagement nicht mehr passt, es soll vielmehr eine Alternative entwickelt werden, die alle Organisationseinheiten verbindet.“, resümiert Stefanie am Ende des Tages.
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Stefanie Bobbert erläutert den Teilnehmenden die Corona-Regeln