Strategische Planung

Einblicke aus drei Perspektiven

Strategische Planung

Einblicke aus drei Perspektiven

RM // Köln, 30.04.2021

Sie muss das Komplexe greifbar machen, Unbekanntes adaptieren und dennoch Schwerpunkte finden: Die strategische Planung in der Bundeswehr. Was dies in der Praxis bedeutet, welche Theorien hierzu existieren und wie sich öffentliche und private Organisationen hierbei aufstellen – auf diese Fragen antworteten jetzt Generalleutnant Christian Badia als Abteilungsleiter Planung im BMVg, Professorin Dr. Christina Schaefer von der Helmut-Schmidt-Universität/ Universität der Bundeswehr Hamburg und Carsten Rüdiger, Director und Mitglied unserer Geschäftsleitung, in DWT intern.

In dem Beitrag erläutert zunächst Generalleutnant Badia die Grundzüge des Planungsprozesses in der Bundeswehr: „Integrierte Planung in der Bundeswehr analysiert komplexe Umfelder, bewertet konkurrierende Handlungsmöglichkeiten und verbindet diese zu einem einheitlichen Gesamtplan. Damit ist sie der ‚Motor‘ der auf Langfristigkeit, Zuverlässigkeit, Resilienz und Relevanz ausgerichteten strategischen Entwicklung der gesamten Bundeswehr.“ Planung sei demnach eine gestalterische Tätigkeit und ermögliche vernunftbasierte, zielorientierte und bedarfsgerechte Entscheidungen zur Entwicklung der Bundeswehr. Der Planungschef der Bundeswehr erklärt dabei anschaulich die einzelnen Schritte des Prozesses und wie sich das Thema in letzter Zeit verändert hat.

Anschließend antwortet Prof. Dr. Schäfer auf Fragen zu den theoretischen Grundlagen und ordnet Planung in öffentlichen Organisationen in den politischen Kontext ein: „Konkret für öffentliche Organisationen kann strategische Planung als Fortsetzung des Politikkreislaufs gesehen werden. Sie ist damit ein zentraler Bestandteil von Verwaltungstätigkeit und ein rationaler Ansatz zur Vorbeugung vor unsicherer Zukunft und Teil der Vorbereitung zukünftiger Entscheidungen. Auch wenn geplantes Handeln oft nicht eins zu eins in realisiertes Handeln mündet, so gilt es täglich politische Planung in administrativen Vollzug umzusetzen und dadurch politisch beabsichtigte Wirkungen zu erzielen.“

Im abschließenden Teil geht Carsten Rüdiger auf die Frage ein, wie sich die Planungsfunktion und ihre organisatorische Ausgestaltung im Vergleich zwischen Bundeswehr und Konzernen darstellen. Er berichtet dabei aus einer Kurzuntersuchung der BwConsulting, für die Bundeswehr-Dokumente und Geschäftsberichte analysiert sowie Interviews mit Vertretern des Verteidigungsressorts und der Wirtschaft geführt wurden. Dabei wären viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede deutlich geworden, beispielsweise bei den Planungsansätzen: „Auf den ersten Blick überwiegen in der Privatwirtschaft finanzielle Kennzahlen und Steuerungsgrößen, nicht zuletzt resultierend aus der Gewinnerzielungsabsicht. Der politische Auftrag der Bundeswehr hingegen lässt sich nicht sinnvoll monetär abbilden und Gewinnerreichungsziele bestehen nicht. Hier kommt vielmehr der fähigkeitsorientierte Planungsansatz zum Tragen. Wir haben feststellen können, dass das alleinige Abstützen auf Quantitäten und insbesondere bis in die tiefste Ebene ausgeplante finanzielle Ziele zunehmend als scheingenau oder zumindest nicht mehr zeitgemäß bewertet werden. Es zeigt sich eine Verschiebung hin zu qualitativen Zielen, wie bspw.: Nachhaltigkeitsziele, Integrität, Flexibilität, Führungsfähigkeit.“

Den gesamten Beitrag stellen wir hier mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik e.V. zur Verfügung.
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Der Beitrag wurde uns mit freundlicher Genehmigung der DWT zur Verfügung gestellt