Workshop zur OECD-Initiative „GOVERNMENT AFTER SHOCK“

Lernen aus der Krise

Workshop zur OECD-Initiative „GOVERNMENT AFTER SHOCK“

Lernen aus der Krise

RM // Köln, 19.11.2020

Was muss zurückgelassen werden? Was soll bleiben? Und was muss anders gemacht werden? Dies waren die zentralen Fragen des virtuellen Workshops „Impulse für die öffentliche Verwaltung anhand des Beispiels der Bundeswehr“ bei der BwConsulting am 17. November. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer tauschten sich dabei über ihre bisherigen Erfahrungen während der Pandemie aus und diskutierten über Lehren aus der Krise. Die Veranstaltung stand im Kontext der OECD-Initiative „GOVERNMENT AFTER SHOCK“, mit der weltweit Impulse für die Nach-Pandemiezeit gesammelt werden. Eine kurze Zusammenfassung.

Mehr als 30 Teilnehmende konnte BwConsulting-Geschäftsführer Philip von Haehling im virtuellen Meeting-Raum begrüßen. Darunter Angehörige von Streitkräften und Verwaltung sowie zahlreiche vor allem junge Personen mit hohem Interesse für politische Themen. Als Experten aus der Bundeswehr hatte Philip den Kommandeur des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen, Brigadegeneral Torsten Gersdorf, sowie dessen bayerischen Amtskollegen, Brigadegeneral Thomas Hambach, für das digitale Podium gewinnen können. Wodurch die Diskussionen mit großer Praxiserfahrung geführt werden konnten, denn gerade die Landeskommandos sind wesentliche Pfeiler der Bundeswehr-seitigen Hilfeleistungen in der Corona-Krise.

Christian Fischbach, der bei der BwConsulting für das Themenfeld Strategie verantwortlich ist und die Veranstaltung mitorganisiert hatte, strukturierte als vierter Podiumsteilnehmer den Austausch anhand von verschiedenen Thesen.

Mit Blick auf die erste Fragestellung, was zurückgelassen werden müsse, führte er beispielsweise die bestehenden linearen Karrierepfade im öffentlichen Sektor an, die oftmals beschränkt auf feste organisatorische Silos durchlaufen würden. Die Folgen wären weniger Perspektivwechsel für Führungskräfte, verbunden mit einem verringerten Verständnis für Stakeholder. Vorteilhafter seien Rotationen sowohl zwischen unterschiedlichen Administrationsbereichen als auch mit der Privatwirtschaft, um den Blick zu weiten und Positionen nachvollziehen zu können. Brigadegeneral Gersdorf stützte diese Sicht und berichtete von den sehr positiven Erfahrungen, die er im Pandemie-Kontext mit Reservisten auf allen Ebenen gemacht habe. Gerade mit ihren Blickwinkeln abseits der Amtsroutine seien sie eine große Bereicherung gewesen.

Bei der zweiten Frage nach dem, was über die Krise hinaus erhalten bleiben sollte, nannte Christian unter anderem die evidenzbasierte Entscheidungskultur. Heißt: Entscheidungen sollten sich aus klaren und messbaren Zielen ableiten, entsprechende Maßnahmen datenbasiert ausgewertet und anschließend kontinuierlich überprüft werden, um gegebenenfalls Korrekturen vornehmen zu können. Dies fördere Einsicht und gäbe die Chance für konstruktive Kritik. Brigadegeneral Hambach unterstrich in diesem Zusammenhang das strukturierte Verfahren der Bundeswehr zur Beurteilung der Lage, das sich auch schon in anderen Krisen bewährt habe.

Zur dritten Frage, was anders gemacht werden müsse, stellte Christian beispielhaft die These in den Raum, dass Innovationseinheiten in der Verwaltung stärker gefördert werden sollten. So könnten Projektfähigkeit und Methodenkompetenz erhöht, agiles Arbeiten gefördert und insgesamt ein Kulturwandel weg vom Bild der rein reaktiv arbeitenden Behörde vorangetrieben werden – alles Notwendigkeiten mit Blick auf die sich ständig ändernden Anforderungen. Beide Generale ergänzten hier ihre Beobachtungen, nach denen während der Pandemie in den verschiedenen Gesundheitsämtern durch die Amtshilfe neue Blickwinkel gewonnen werden konnten, bewerte Strukturen hinterfragt und Vorschläge für den besten Weg zum Ziel gemacht wurden.

Insgesamt war es – gemessen an den zahlreichen Fragen via Chat – eine lebhafte und erkenntnisreiche virtuelle Veranstaltung. Die Ergebnisse werden nun konsolidiert und anschließend der OECD zur Verfügung gestellt. Für weitere Rückfragen steht Christian Fischbach sehr gerne zur Verfügung.
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BwConsulting-CEO Philip von Haehling konnte mit den Brigadegeneralen Torsten Gersdorf und Thomas Hambach zwei Experten mit viel Praxiserfahrung auf dem digitalen Podium begrüßen

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Christian Fischbach

030 - 403667 114

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