Henning Seehusen

Wie und warum sind Sie zur BwConsulting gekommen?
Während meines Studiums der Wirtschaftswissenschaften konnte ich bereits erste Kontakte zu externen Beratungsfirmen und klassischen Strategieberatungen knüpfen. Dabei hat mich der Beruf des Beraters mit all seinen Facetten und Möglichkeiten schnell fasziniert. Allerdings hat diese anfängliche Begeisterung zum Ende des Studiums mehr und mehr nachgelassen – nicht aufgrund der Inhalte, sondern wegen der branchentypischen Begleitumstände: Up-or-Out-Denken, geringe Verweildauer im Unternehmen, ein Akquise-Druck, der dem eigenen Anspruch an gute Beratung bisweilen widerspricht oder auch die Reduzierung von Freundschaften auf Skype-Kontakte. Ich musste mir selbst die Frage stellen: Was erwarte ich wirklich von meinem Wunschberuf?

In der Inhouse-Beratung und speziell bei der BwConsulting, auf die ich über verschiedene Online-Dienste aufmerksam geworden bin, habe ich eine perfekte Kombination von dem vorgefunden, was ich gesucht habe: Die Möglichkeit, in einem professionellen Beratungsumfeld zu arbeiten, ohne Ellenbogen- oder Up-or-Out-Mentalität, dafür aber mit hilfsbereiten Kollegen sowie einem guten Arbeitsklima und „Duz“-Kultur – kurzum, ein Unternehmen, das zu meiner Person sowie zu meinem Charakter passt.

Wir beraten sinnstiftende Projekte mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz...

 
Wie erleben Sie die BwConsulting und was hätten Sie nicht erwartet?
Meine ersten Gedanken damals waren: Ich war doch gar nicht bei der Bundeswehr, bin ich für die dann überhaupt interessant? Und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Kunden in Uniform, insbesondere im Verteidigungsministerium? Wird von den Beratern eine straff militärische Haltung erwartet? Meine anfängliche Skepsis verflog schon nach den ersten Gesprächen. Dass ich nicht gedient hatte, spielte keine Rolle, vielmehr konnte ich dadurch den unvoreingenommenen Blick von außen betonen – und das ist etwas, woran das Unternehmen sehr interessiert ist. Zudem spürte ich sehr schnell, dass viel Wert auf Diversität gelegt wird. Der Frauenanteil in der BwConsulting beträgt etwa 40 Prozent, was ich im Umfeld von Militär und Verteidigungspolitik nicht erwartet hätte.

Mit Blick auf unsere Beratungstätigkeit nutzen wir zwar die gleichen Methoden und Techniken wie andere Beratungsgesellschaften – allerdings zeichnet sich unser Beratungsansatz dabei durch zwei wesentliche Aspekte aus, die ich persönlich sehr schätze: Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz von der Konzeption bis zur Umsetzung. Hierbei sind wir an einem nachhaltigen Projekterfolg interessiert und bauen langfristige Kundenbeziehungen auf. Zudem arbeiten wir nicht umsatzgetrieben und beraten sinnstiftende Projekte mit gesamtgesellschaftlicher Relevanz. In meinem letzten Projekt habe ich beispielsweise die Optimierung und Weiterentwicklung der Krisenfrüherkennung aktiv mitgestalten können. So konnte ich einen Beitrag dazu leisten, dass weltweite Krisen und Konflikte in Zukunft früher erkannt und vorbeugende Maßnahmen schneller initiiert werden. Nach knapp über einem Jahr bei der BwConsulting verantworte ich aktuell im Themenfeld Digitalisierung bereits ein eigenes Teilprojekt.

Antonie Fach

Welchen beruflichen und akademischen Hintergrund haben Sie?
Nach dem Abitur absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der HOCHTIEF AG. Anschließend arbeitete ich hier noch ein halbes Jahr und begann dann mein BWL-Studium mit den Schwerpunkt Baubetriebslehre/insb. Öffentlich-Private-Partnerschaften (ÖPP). Durch meinen Professor kam ich zu einem ÖPP-Beratungsunternehmen in Bonn. Dort beriet ich Kommunen hinsichtlich möglichen ÖPP-Hochbauprojekten, mein Beratungsschwerpunkt: Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen. Nach drei Jahren bewarb ich mich 2009 hier im Unternehmen, die damals Spezialisten für die Durchführung und methodische Weiterentwicklung von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen suchte.

Was ist für Sie das „Besondere“ an der BwConsulting?
Für mich an erster Stelle: Dass die BwConsulting ein Inhouse-Beratungsunternehmen mit einer festen, projektunabhängigen Finanzierungsbasis ist. Denn dies ermöglicht es mir, ohne Akquisedruck mit meinen Kunden zusammenarbeiten und auf sehr spezifische Rahmenbedingungen eingehen zu können – ohne ein bestimmtes Produkt verkaufen zu müssen, wie ich es andernorts durchaus erlebt habe. Zudem schätze ich die Art, wie unsere Matrix-Organisation gelebt wird: Neben Projekten, die ich längere Zeit begleite, sind kurzfristige Unterstützungsleistungen in anderen Themen Normalität.

Mit Kollegen und Vorgesetzten kann ich frei über persönliche Stärken und Schwächen sprechen...

 
Wie wurden Sie individuell gefördert?
Mit meinen Kollegen und mit meinen Vorgesetzten kann ich frei über persönliche Stärken und Schwächen sprechen. Diese Reflexion wird bei der individuellen Weiterentwicklung beachtet, wodurch beispielsweise mein Auftreten und Präsentieren heute nach sieben Jahren im Unternehmen deutlich selbstbewusster ist. Durchschnittlich nehme ich jährlich an zwei Weiterbildungsmaßnahmen teil.

Welches war bisher Ihr „spannendstes“ Projekt?
Ganz klar: Das Projekt „Folgelösung Herkules“. Bei „Herkules“ ging es um die Modernisierung der so genannten „weißen“ Bundeswehr-IT. Also alle Produkte, die im weitesten Sinne der Bürokommunikation dienen: Rechner, Telefone, aber auch Weitverkehrsnetze und Rechenzentren. Im Rahmen dieses Projektes wurde Europas größte Öffentlich-Private Partnerschaft gegründet – Finanzvolumen rund sieben Milliarden Euro! In den letzten Jahren habe ich intensiv dabei unterstützt, wie die IT-Leistungen erbracht werden sollten, wenn die Partnerschaft ihr Vertragsende erreicht hat. Ich hatte damit die Chance, meine privatwirtschaftliche Expertise unmittelbar in ein sehr großes Vorhaben einzubringen.

Wie sieht Ihr Leben neben der BwConsulting aus?
Am liebsten verbringe ich meine freie Zeit mit meinem Mann und meinen beiden Töchtern. So oft es geht reisen wir mit dem Wohnmobil, erkunden neue Orte und Kulturen. Mutter-Sein und Beraterin-Sein kann ich glücklicherweise ganz gut unter einen Hut bringen - natürlich gibt es Hochphasen in den Projekten, in der Regel kann ich meine Arbeitszeit aber recht flexibel gestalten.

Torsten Farnschläder

Was waren Ihre Gründe für einen Einstieg in die Beratungsbranche?
Das war vor allem mein Hang zu Projektarbeit und wechselnden Themenstellungen. Bereits bei der ersten Station meines Berufslebens – ich hatte mich für zwölf Jahre bei der Bundeswehr verpflichtet – habe ich in SAP-Projekten gearbeitet und gemerkt, dass das zu mir passt. Nach meiner Verpflichtungszeit, in der ich auch BWL studiert hatte, war ein Wechsel zu einem Beratungsunternehmen daher naheliegend. Und ich wurde auch nicht enttäuscht: Plötzlich hatte ich es mit einer sehr breiten Themenvielfalt zu tun, bei der ich zwar Methoden häufiger anwenden und damit trainieren konnte, mich aber mit oft wechselnden Inhalten auseinandersetzen musste.

Was unterscheidet die Arbeit in der BwConsulting von der Arbeit in anderen Beratungsunternehmen?
Natürlich ist der größte Unterschied zu externen Beratungen, dass wir nur einen Kunden haben. Allerdings ist das nicht so monoton, wie es sich vielleicht anhört: Schließlich sprechen wir über eine Organisation mit weit mehr als 200.000 Mitarbeitern und sehr unterschiedlichen Aufgabenbereichen – dadurch relativiert sich vieles. Ein weiterer Unterschied besteht für mich darin, dass die Projekte hier nicht so schnelllebig sind: Die Projektlaufzeit ist eher länger, das ermöglicht ein tieferes Einarbeiten in die Aufgaben. Außerdem ist die BwConsulting nicht umsatzgetrieben – ihre Finanzierung ist im Bundeshaushalt geregelt -, meiner Meinung nach profitiert die qualitative Arbeit der Berater davon eindeutig.

Schließlich sprechen wir über eine Organisation mit weit mehr als 200.000 Mitarbeitern...

 
Wie sieht Ihr Arbeitsalltag bei der BwConsulting normalerweise aus?
Vielleicht lässt das mit der Variante A und B beschreiben. Die häufigere Variante A ist geprägt durch die direkte Beratungstätigkeit beim Kunden, beispielsweise in Berlin: Morgendliche Anreise meistens mit dem Flugzeug, anschließend mehrere Arbeitsgespräche, bei denen wir meine Lösungsvorschläge zu den jeweiligen Projektschritten diskutieren, und abends entweder Rückflug oder Übernachtung im Hotel. Hierbei ist es sehr vorteilhaft, dass die BwConsulting über Projektbüros im Ministerium und eine Dependance in unmittelbarer Nähe zum BMVg verfügt – so kann man auch vor Ort konzentriert arbeiten, Kundenkontakte pflegen oder Überbrückungszeiten sinnvoll nutzen. Variante B ist der Office-Tag im Kölner Büro. Der besteht oft aus Abstimmung mit meinen Projektmitarbeitern, dem Aufbereiten von Problemstellungen für den nächsten Kundentermin, Telefonaten mit Projektpartnern, Austausch im Kollegenkreis und – aufgrund meiner Senior Manager-Position – auch dem Führen von Bewerbungsgesprächen.

Unternehmen Sie etwas mit Ihren Kollegen über den Job hinaus?
Ich hatte hier regelmäßig an einer lockeren Laufrunde teilgenommen – die BwConsulting ist mit verschiedenen Teams schon beim Halb-Marathon in Bonn, dem HRS Business Run in Köln und anderen Sportveranstaltungen dabei gewesen. Da ich selbst Triathlon betrieben habe, war das immer eine ganz gute Ergänzung. Und außerdem lernt man die Kolleginnen und Kollegen so auch mal in einem anderen Kontext kenn. Momentan habe ich meine Freizeit aber „umpriorisiert“, seit vor kurzem meine Tochter geboren wurde.

Sandra Bußmann

Berateralltag ist Pendleralltag

Zum Berufsbild des Beraters gehört eine große Portion Mobilität. Denn die verschiedenen Projekte erfordern häufig immer wieder Anwesenheit an unterschiedlichen Orten - Pendeln zwischen Wohnort und Projektstandorten ist die Konsequenz. Sandra Bußmann, Principal und Personalleiterin der BwConsulting, stellt sich täglich dieser Herausforderung. Und hat ihren Weg gefunden, die Anforderungen des Berufs mit dem Privatleben zu vereinbaren. Wie das im Alltag aussieht, welche Tipps sie geben kann, aber auch welche Risiken es zu beachten gilt, zeigt die ARD-Reihe "[w] wie Wissen". Sie hat die Situation von Sandra Bußmann porträtiert.